Ein interessanter Artikel von Nathan Rice in ADWEEK zeigt die wichtigsten Entwicklungen im Ernährungsbereich auf und betont, wie zentral der Kampf gegen den Klimawandel ist.
Immer mehr Verbraucher fragen sich, wie sie ihre Ernährung ändern können, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen, und folglich sind immer mehr Marken gefordert, ihre Produkte zu überdenken und ihre Inhaltsstoffe und Verpackungen neu zu gestalten.
In diesem Zusammenhang wächst das Interesse an Fleischalternativen stetig. Alternative und gesunde Eiweißquellen wie solche aus Pilzen, Algen und anderen Pflanzen werden immer stärker nachgefragt, um den Fleischkonsum zu verringern und damit die Auswirkungen der Produktion auf den Planeten zu reduzieren, sowohl hinsichtlich der Flächennutzung als auch der Treibhausgasemissionen. Die Spirulina-Alge zum Beispiel ist reich an Eiweiß und essenziellen Aminosäuren, und ihr Anbau hat einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck als andere Lebensmittel.
Ein ähnliches gilt für Erbsen, die die Grundlage vieler Rezepte für „pflanzliches Fleisch“ bilden. Wie Nathan Rice hervorhebt, „braucht man fast 100-mal mehr Land, um ein Gramm Eiweiß aus Rind- oder Lammfleisch zu erzeugen als aus Erbsen“. Erbseneiweiß steht daher im Mittelpunkt verschiedener Marken, die sich auf alternative Eiweißquellen spezialisiert haben, wie Beyond Meat, das in seinen Produkten eine ausgewogene Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten und Fetten aus anderen pflanzlichen Quellen anstrebt.
Allerdings sind nicht alle „alternativen Eiweiße“ gleichermaßen nachhaltig; viel hängt von den verwendeten Rohstoffen und den Verarbeitungs- und Herstellungsverfahren ab. Für Verbraucher ist es schwer, genau zu verstehen, was hinter einem bestimmten pflanzlichen Burger steckt, vor allem hinsichtlich der Herkunft der Rohstoffe und der Verarbeitungsschritte. Dieses Video des Schwedischen Forschungsinstituts zeigt die wissenschaftlichen Bemühungen hinter der Entwicklung von Fleischalternativen, die gesund, umweltfreundlich und schmackhaft sind.
Der Trend ist vielversprechend und steht im Mittelpunkt der Entwicklung vieler Lebensmittelmarken und zieht die Aufmerksamkeit von Gesetzgebern in vielen Ländern auf sich. Für eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem Thema siehe „Top 7 Alternative Protein Trends to Watch in 2022“ des Good Food Institute.
Im Bereich der Fleischalternativen wurde 2021 eine Eiweißquelle, die in vielen Ernährungsweisen geschätzt und bekannt ist, verstärkt von Unternehmen und Medien beachtet: die Pilze.
Wie das Weltwirtschaftsforum berichtet, haben viele Unternehmen und Neugründungen in den vielversprechenden Pilzmarkt investiert. Durch die Fermentation bestimmter Pilze kann nämlich Mykoprotein hergestellt werden, das eine Vielzahl von Fleischersatzprodukten ermöglicht und Vorteile hinsichtlich Kosten und Konsistenz gegenüber pflanzlichen Eiweißen bietet.
Züchtungsfleisch stellt eine weitere interessante Entwicklung in diesem Bereich dar. Dabei handelt es sich um tierisches Fleisch, das aus im Labor gezüchteten Stammzellen gewonnen wird. Da es ausschließlich aus tierischen Zellen besteht, wird Züchtungsfleisch nicht als synthetisch eingestuft. Aus diesem Grund lehnt die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft die Verwendung des Begriffs „synthetisch“ für Züchtungsfleisch ab.
Der Preis für Züchtungsfleisch im Handel könnte dank technischer Fortschritte schnell sinken und vom Durchschnittsverbraucher als „preiswert“ angesehen werden.
Die Verfahren zur Herstellung von Züchtungsfleisch sind bereits seit 1995 von der Food and Drug Administration zugelassen.
Theoretisch kann das Muskelgewebe jedes Tieres, einschließlich des Menschen, erzeugt werden, was auch den Weg für mögliche medizinische Anwendungen öffnet.
Zwischen 2011 und 2017 wurden viele Start-ups für Züchtungsfleisch gegründet. Memphis Meats, ein Start-up aus dem Silicon Valley, das von einem Herzspezialisten gegründet wurde, veröffentlichte im Februar 2016 ein Video, das seine gezüchtete Rindfleischfrikadelle zeigte. Im März 2017 präsentierte es Hähnchen- und Entengerichte à l’Orange, das erste gezüchtete Geflügel, das der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Memphis Meats war später Gegenstand der Dokumentation Meat the Future aus dem Jahr 2020.
Im März 2018 gab Eat Just (gegründet 2011 als Hampton Creek in San Francisco, später bekannt als Just, Inc.) bekannt, ein Produkt mit gezüchtetem Fleisch für den Verbrauch anbieten zu können. 2021 kündigte das Unternehmen an, eine Fabrik in Katar zu eröffnen.
2019 arbeitete Aleph Farms mit 3D Bioprinting Solutions zusammen, um Fleisch auf der Internationalen Raumstation zu züchten. Dies geschah durch das Extrudieren von Fleischzellen auf ein Gerüst mittels eines 3D-Druckers.
Das Unternehmen Hampton Creek erklärte, diese Zellen direkt aus einer einfachen Feder gewinnen zu können, während SuperMeat angab, die Zellen mit synthetischen oder pflanzlichen Stoffen (anstatt mit Serum) ernähren zu können.
Leonardo DiCaprio erklärte 2021, er unterstütze Mosa Meat und Aleph Farms mit den Worten: „Um die Klimakrise zu bekämpfen, müssen wir unser Ernährungssystem verändern.“
In Italien widmet sich der gemeinnützige Verein Agricoltura Cellulare Italia APS der wissenschaftlichen Aufklärung und der Förderung der Forschung in diesem Bereich.
Der Preis für Züchtungsfleisch im Handel könnte dank technischer Fortschritte schnell sinken und vom Durchschnittsverbraucher als „preiswert“ angesehen werden.
Die Verfahren zur Herstellung von Züchtungsfleisch sind bereits seit 1995 von der Food and Drug Administration zugelassen.
Theoretisch kann das Muskelgewebe jedes Tieres, einschließlich des Menschen, erzeugt werden, was auch den Weg für mögliche medizinische Anwendungen öffnet.

